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Inflation und Zinsentwicklung - und was hat das mit dem Immobilienmarkt zu tun?

  • Autorenbild: Olivia Portmann-Mosca
    Olivia Portmann-Mosca
  • 5. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

👉 Inflation widererwarten in der Schweiz auf null gesunken 

 

Die Inflation in der Schweiz ist von 0,1% auf 0,0 % gefallen – vor allem wegen tieferer Fahrzeug- und Importpreise, sowie Lebensmittelpreisen. Ökonomen sehen darin keine akute Deflationsgefahr, doch die Teuerung liegt klar unter den Erwartungen der SNB, die für das vierte Quartal von 0,4 % ausgegangen war. Was bedeutet dies nun für den Zinsentscheid der SNB am 11. Dezember? Und was bedeutet dies für den Immobilienmarkt? 

 

Die Schweiz befindet sich derzeit in einer aussergewöhnlich ruhigen Preislage, was auch mit den Zöllen auf Exporten in die USA zusammenhängen dürfte. Die Inflation liegt bei 0,0 % und zeigt gegenüber den Vormonaten sogar leicht sinkende Tendenzen. Gleichzeitig hält die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins bei 0 %. Dieses Zusammenspiel sorgt für stabile finanzielle Rahmenbedingungen, beeinflusst jedoch verschiedene Märkte – insbesondere Hypotheken, Währungen und Immobilien – auf unterschiedliche Weise. 


Warum ist die Inflation so tief? 

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass die Preisentwicklung in der Schweiz nahezu stillsteht. Der starke Franken verbilligt Importe und dämpft die Preise vieler Güter. Gleichzeitig bleibt der Lohndruck moderat, und globale Energie- sowie Transportkosten haben sich stabilisiert. Dadurch entsteht wenig Aufwärtsdruck auf die Inlandpreise. Die zunehmenden Staatsverschuldungen der Euro-Länder und der USA führen weiter dazu, dass ich deren Währungen gegenüber der Schweiz weiter abwerten. 


Die Haltung der Schweizerischen Nationalbank 

Die SNB verfolgt eine zurückhaltende Strategie, nachdem sie im Laufe des Jahres 2025 mehrere Zinsschritte in Richtung 0% vorgenommen hat. Ein weiterer Rückgang in den negativen Bereich wird zwar nicht ausgeschlossen, gilt aber momentan als wenig wahrscheinlich. Die SNB möchte Preisstabilität bewahren, ohne unnötige Marktverzerrungen zu erzeugen. Daher beobachtet sie die wirtschaftliche Lage sehr genau und lässt sich alle Optionen offen. Die SNB hat zudem darauf hingewiesen, dass sie bei Bedarf weiterhin bereit ist, am Devisenmarkt aktiv zu sein. Wir gehen davon aus, dass diese Interventionen am Devisenmarkt seit 2024 stark gestiegen sind. Am 29. September 2025 hat die USA – welche die Devisenmarktinterventionen der SNB in der Vergangenheit kritisiert hat – diesem Vorgehen zugestimmt.  


👉 Folgen für Hypotheken und den Immobilienmarkt 

Der niedrige SNB-Leitzins wirkt sich unmittelbar auf den Hypothekarbereich aus. insbesondere die an den Geldmarkt gebundenen SARON-Hypotheken bleiben günstig. Langfristige Festhypotheken hängen hingegen stärker von den internationalen Kapitalmärkten und langfristigen Inflationserwartungen ab, bleiben aber aufgrund der tiefen Inflation ebenfalls auf moderatem Niveau. Per Mitte März 2025 waren die 10-Jahres SWAP-Sätze bei 0.8425%, aktuell liegen diese bei 0.4925%. Wir rechnen damit, dass sich die langfristigen Zinsen seitwärts bewegen, mit kleinen Volatilitäten im Bereich von 20 Basispunkten.


Für Immobilienkäufer bedeutet das:

  • Die Finanzierung bleibt attraktiv – was die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt stützt.

  • Besonders in gefragten Regionen wie Bern bleibt das Kaufinteresse gross.

  • Wir gehen allerdings davon aus, dass insbesondere Neubauobjekte an Wert zulegen werden.

  • Ältere Einfamilienhäuser dürften längerfristig aufgrund der Abschaffung des Eigenmietwertes und damit verbunden, dem Wegfallen der Abzugsberechtigung von Renovationskosten, seitwärts tendieren. 


👉 Ausblick und mögliche Szenarien 

Für die kommenden Monate wird erwartet, dass die SNB an ihrer aktuellen Politik festhält, solange die Inflation nicht überraschend ansteigt. Mittel- bis langfristig könnte jedoch ein leicht höheres Zinsniveau denkbar werden, falls sich die Wirtschaft erholt und die Löhne anziehen. Auch internationale Entwicklungen – insbesondere in der EU und den USA – können die Schweizer Zinslandschaft beeinflussen. Eine vorsichtige, aber stabile Entwicklung erscheint derzeit am wahrscheinlichsten. Allerdings stellen wir fest, dass politische Meinungen und stabile und voraussehbare Investitionsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren stark abgenommen haben. Meinungsänderungen können rasch zu nicht vorsehbaren Marktdynamiken führen. 


👉 Empfehlungen für Immobilienbesitzer und Käufer 

Das Einzige, was wir derzeit mit Sicherheit wissen, ist das Prognosen für künftige Marktentwicklungen schwieriger geworden sind. Dies bedeutet, dass sich Anleger und Kreditnehmer besser diversifizieren sollten, um sich vor unerwarteten Marktschocks besser zu schützen. Für Hypothekarnehmer lohnt sich eine sorgfältige Prüfung ihrer Finanzierungsstrategie.

  • SARON-Hypotheken bleiben attraktiv, erfordern aber Risikobereitschaft.

  • Festhypotheken über 5 - 10 Jahre bieten Planungssicherheit und schützen vor unerwarteten Zinsanstiegen.


👉Gerade Eigentümer von Renditeliegenschaften und Inhaber von Portfolios empfehlen wir, eine sorgfältige Finanzierungsanalyse durch führen zu lassen.  


👉Verkäufer profitieren weiterhin von einer guten Nachfrage, sollten jedoch im Kontext des Zustandes des Objektes realistische Preise ansetzen.


👉Für Investoren im Renditebereich empfiehlt sich zudem, Zinssteigerungsszenarien in die Planung einzubeziehen, um langfristige Stabilität zu gewährleisten. 


Wie wir Sie unterstützen können 

Mittels unserer Marktwertgutachten können wir realistische Verkaufspreise definieren. Wir sprechen gerne auch Handlungsmöglichkeiten an, die den Werterhalt der Objekte fördern und nachhaltige, wie auch ökologische Ziele erreicht werden können. Mittels Finanzierungsanalyse und der sorgfältigen Strukturierung Ihrer Finanzierungen bringen wir Stabilität in die Zinskosten und reduzieren diese über eine sorgfältige Ausschreibung bei ausgewählten Partnern wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen. Rufen Sie uns an, wir sind gerne für Sie da.  


 

 

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