Geopolitisches Umfeld und Auswirkungen auf den Immobilien- und Hypothekarmarkt Schweiz
- Thomas D. Portmann

- 4. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Mai
Geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise und ein seitwärts tendierendes Zinsumfeld beeinflussen den Schweizer Immobilien- und Hypothekarmarkt spürbar. Trotz schwachem Wachstum bleibt die Wohnraumnachfrage hoch, während Finanzierungen wieder einfacher verfügbar sind.
Die geopolitischen Spannungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Internationale Konflikte, Deglobalisierung und Handelsstreitigkeiten belasten die wirtschaftliche Stimmung in der Schweiz. Neue Konflikte – etwa im Nahen Osten – erhöhen die Unsicherheit und treiben Energiepreise sowie Transportkosten. Laut SECO führt der Krieg im Nahen und Mittleren Osten zu höheren Energiepreisen; ein dauerhaft 30 % höherer Ölpreis würde das Schweizer BIP bis 2027 um 0,6 % senken und die Inflation um 0,7 % erhöhen. Der starke Franken dämpft zwar importierte Inflation, belastet jedoch Tourismus und Exportwirtschaft. Insgesamt entsteht ein Umfeld, das Merkmale einer Stagflation aufweist: erhöhte Inflation bei gleichzeitig schwachem Wachstum.
Immobilienmarkt Schweiz
Der Mietmarkt in urbanen Zentren und Agglomerationen bleibt von hoher Nachfrage geprägt. Gleichzeitig erschweren regulatorische Vorgaben, steigende Baukosten und komplexe Bewilligungsverfahren die Realisierung neuer Projekte. Das Angebot wächst kaum, was zu weiter steigenden Anfangsmieten führt. Bestandesmieten profitieren vom Referenzzinssatz und steigen zudem moderater, da sie der allgemeinen Teuerung unterliegen.
Zinsentwicklung – Ausblick
Per April 2026 liegt die Inflation dank starkem Franken bei 0,6 %. Die SNB sieht daher keinen unmittelbaren Bedarf, den Leitzins von 0,0 % anzuheben. Für 2026 wird eine Seitwärtsbewegung mit einer Bandbreite von –0,25 % bis +0,25 % erwartet. Der SARON bleibt kurzfristig die günstigste Finanzierungsform. Langfristige Zinsen haben sich seit Februar 2026 um rund 20 Basispunkte verteuert – getrieben durch geopolitische Unsicherheit und höhere Rohstoffpreise.
Hypothekarmarkt Schweiz
Nach einer Phase knapper Angebote und steigender Margen hat sich der Markt stabilisiert. Die Verfügbarkeit von Finanzierungen hat sich verbessert. Aktuell liegen SARON‑Margen zwischen 0,50 % und 0,85 %, während 10‑jährige Festhypotheken ab etwa 1,20 % angeboten werden.
Empfehlungen
Attraktive Refinanzierungen sind wieder möglich, erfordern jedoch eine sorgfältige Planung und Strukturierung der Finanzierungsstrategie. Die Ausschreibung von Fälligkeiten bleibt sinnvoll, da Konditionen je nach Anbieter stark variieren und von deren Bilanzsituationen und Marktstrategien geprägt sind.
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